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Master Molecular Mechanisms of Disease an der Radboud Universiteit Nijmegen
  Wie kam es dazu, dass Sie sich für den Studiengang an der Radboud Universität Nijmegen entschieden haben?
Zu der Zeit als ich mich für ein Studium in den Naturwissenschaften und der Medizin interessiert habe, gab es in Deutschland nicht viele interdisziplinäre Studiengänge. In den Niederlanden waren diese schon sehr etabliert. Die RU Nijmegen hat zudem einen sehr guten Ruf und ist innerhalb der Forschung europaweit an der Spitze.
Wie und wo haben Sie sich über die Studienmöglichkeit informiert?
Im Internet auf der Uniwebsite und auf www.studieren-in-holland.de.
Wie haben Sie die verlangten Sprachkenntnisse erworben?
Der Master-Studiengang 'Molecular Mechanisms of Disease' findet vollkommen auf Englisch statt. Das Studium in Nijmegen ist daher eine sehr gute Möglichkeit, die eigenen Englischkenntnisse zu verbessern. Für mein Bachelorstudium hatte ich allerdings Niederländisch nötig. In meiner Schule bestand jedoch die Möglichkeit Niederländisch zu lernen. Das habe ich dann 3 Jahre in der Oberstufe gemacht und hatte Niederländisch als zweites Abiturfach. Deswegen musste ich keinen Sprachkurs und keine Sprachprüfung mehr ablegen in Nijmegen. Die Erfahrung zeigt aber, dass deutsche Studenten, die zum Grundstudium in die Niederlande gehen, sehr schnell die Sprache lernen.
Wie und wo haben Sie sich beworben?
Ich habe den 'Tag der offenen Tür' der RU Nijmegen besucht und dort die nötigen Anmeldeformulare für meinen Studiengang bekommen. Dort kann man sich für alle Studiengänge innerhalb der Fakultät, die man an dem Tag besucht, mitnehmen. Diese Formuliere schickt man dann eifach per Post zurück.
Falls Sie in die Niederlande umgezogen sind: Wie haben Sie eine Wohnung gefunden?
Ich wohne in Deutschland, nahe der Grenze zu den Niederlanden.
Wie waren Ihre ersten Erfahrungen/Eindrücke (z.B. mit der Sprache, als …)?
Da ich bereits durch die Schule gewöhnt war Niederländisch zu hören und auch zu sprechen,
fiel mir die Sprachumstellung im Bachelorstudium relativ leicht. Die Umstellung auf Englisch im Master war danach gar kein Problem mehr, da die meisste Literatur im Bachelor schon auf Englisch war. Natürlich kostet es etwas Überwindung täglich eine fremde Sprache zu sprechen, aber mit etwas Übung und Ausdauer ist die Sprachumstellung im Studium kein Problem. Ein Studium in Englisch ist eher von Vorteil, da ich mich nun sehr gut für einen weiteren internationalen beruflichen Werdegang vorbereitet fühle.
Worin sehen Sie die Vorteile Ihres Studiums in den Niederlanden?
Ein Studium in den Niederlanden bedeutet in Deutschland ein Studium im Ausland, was natürlich immer gut angesehen ist. Zudem ist das Studium vollständig auf Englisch, wodurch ein Studium in den Niederlanden sehr international wird, was vorallem innerhalb der Forschung ein wichtiger Aspekt ist. Das Studium ist auch sehr verschult, was bedeutet das Fächer in 4-Wochen-Kursen unterrichtet werden und am Ende mit einer schriftlichen Prüfung abschliessen. Das bedeutet, dass man kontinuierlich lernen muss. Da die Prüfungen aber auch sehr zeitnah an den Vorlesungen liegen ist noch vieles in der Erinnerung. Aufgrund der Ausrichtung des Studienganges 'Molecular Mechanisms of Disease' auf Forschungspraktika und große Wahlmöglichkeiten bei den Kursen bietet der Studiengang viel Freiräume, um das Studium gemäß der eigenen Interessen zu vertiefen. Außerdem sind die Dozenten sehr motiviert und geben ihre Begeisterung für die Wissenschaft sehr gut an die Studenten weiter.
Worin sehen Sie die Nachteile eines Studiums in den Niederlanden?
Der einzige Nachteil eines Studiums im Ausland ist vielleicht, dass man das Berufsleben des gewählten Fachbereichs im eigenen Land nicht kennenlernt, was nachteilig sein kann, wenn man nachher in Deutschland arbeiten will. Zudem ist es nachher eine Umstellung das Fach in Deutsch auszuüben. Andersherum gilt, je mehr Erfahrung, desto besser.
Was empfehlen Sie deutschen Schulabgängern, die an einem solchen Studiengang interessiert sind?
Keine Angst vor der sprachlichen Umstellung. Mit der Zeit wächst man in die neue Sprache herein, auch wenn man vorher absolut kein Niederländisch kann. So ging es zumindest den anderen Deutschen bei mir im Studium.
Was planen Sie für die Zukunft?
Innerhalb des zweiten Master-Jahres werde ich für ein halbes Jahr ins Ausland (Cambridge, England) gehen. Nachdem ich dann den 'Master of Science' erworben habe, werde ich einen PhD machen und in der Forschung arbeiten, wahrscheinlich im Ausland.
Was macht den Studiengang MMD so interessant für dich?
Der MMD Master kombiniert die molekulare Zellbiologie mit der Ursachen-
forschung an Krankheiten und vereinbart somit die Grundlagenforschung mit ihrer Anwendung im Bereich der Medizin, welches vorallem in der Zukunft bedeutend ist für die Entwicklung neuer Medikamente und Behandlungswege von immernoch unheilbaren oder schwer heilbaren Erkrankungen.
Wie ist der Studiengang aufgebaut?
Der MMD Master dauert 2 Jahre und besteht aus Theoriekursen (Wahl und Pflichkurse), die in drei Themenbereiche gegliedert sind (Infection, Immunity and Tissue repair, Cell growth and Differentiation und Metabolism, Transport and Motion) und zwei sechsmonatigen Praktika im Labor, in denen man ein eigenes Forschungsprojekt hat. Zudem gibt es spezielle Masterclasses, in denen man die Autoren hochrangiger Forschungspublikationen trifft und deren Publikationen diskutiert. Zudem nimmt man an vielen öffentlichen Seminaren und Presentationen teil, in denen Forscher ihre Arbeit präsentieren. Der Master is komplett in Englisch und die Mitstudenten sind sehr international.
Welche Spezialisationen gibt es?
Grundsätzlich erlangt man mit diesem Master den Titel ' Master of Science' in 'Molecular mechanisms of Disease (MMD)', welche keine direkte Spezialisierung beinhaltet. Indirekt spezialisiert man sich jedoch durch die Wahl der Praktika (Abteilung, Forschungsthema) und Wahlfächer.
Würden Sie den gleichen Weg noch mal gehen?
Ja. Sehr wahrscheinlich würde ich dann aber nach Nijmegen ziehen.
Wir danken Veronika für das Interview!
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