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Küsten- und Meeresmanagement an der Van Hall Larenstein University of Applied Science
  Sebastian Strauch erzählt uns von seinem Bachelorstudium an der Van Hall Larenstein University of Applied Science.
Wie kam es dazu, dass Sie sich für den Studiengang an der Van Hall Larenstein University of Applied Science entschieden haben?
In der Schule haben mir immer Biologie, Erdkunde und Englisch Spaß gemacht. Außerdem habe ich mich schon immer für das Meer interessiert. Deshalb wollte ich eigentlich Marine Biologie studieren. Allerdings war mir auch bekannt, dass der Arbeitsmarkt in diesem Feld nicht all zu rosig aussieht, weshalb ich auch nach alternativen Studiengängen Ausschau hielt. Über die Website www.studieren-in-holland.de bin ich eher zufällig auf Küsten- und Meeresmanagement gestoßen und habe mich zum Tag der offenen Tür angemeldet. Was mir sehr gut an der Erläuterung des Studienganges gefiel war die thematische Breite; es sollten unter anderem Marine Biologie, Raumordnung, Kommunikation, aber auch technische Aspekte an die Reihe kommen. Da mir das Festlegen auf ein Studienfach sehr schwer viel, ich aber doch meine Interessen im Bereich des Meeres wusste, habe ich mich für die Van Hall Larenstein University of Applied Science entschieden.
Wie und wo haben Sie sich über die Studienmöglichkeit informiert?
Informationen über Studiengänge habe ich größtenteils im Internet gesammelt, z.B. von der Website www.studieren-in-holland.de. Wenn mich ein Studiengang näher interessiert hat bin ich zu den Tagen der offenen Tür gegangen, um mich vor Ort zu informieren.
Wie haben Sie die verlangten Sprachkenntnisse erworben?
Meine ersten Sprachkenntnisse habe ich während eines Sommer-Sprachkurses erlangt. Ein großer Teil der Klasse wohnte damals noch auf dem Campingplatz, wo wir uns nachmittags Vokabeln abfragten, nachdem der morgendliche Crashkurs vorbei war. Nein, man kann danach nicht richtig Niederländisch, aber man hat eine Grundlage, auf welche man im folgenden Schuljahr sehr gut aufbauen kann.
Wie und wo haben Sie sich beworben?
Vor 3 Jahren gab es noch ein anderes Anmeldeverfahren. Meine Anmeldung habe ich persönlich in der Schule abgegeben.
Falls Sie in die Niederlande umgezogen sind: Wie haben Sie eine Wohnung gefunden?
Während des Sprachkurses habe ich sehr schnell nette Leute kennen gelernt, mit denen ich eine Wohngemeinschaft gegründet habe. Allerdings bin ich im Verlauf des Studiums mehrmals umgezogen. Im Internet gibt es kostenpflichtige Seiten über welche Zimmer vermittelt werden. Billiger ist es z.B. auf www.marktplaats.nl oder im Studivz in der Gruppe „Wohnung Leeuwarden“ Angebote einzuholen.
Wie waren Ihre ersten Erfahrungen/Eindrücke (z.B. mit der Sprache, als …)?
Die Stadt ist international geprägt. An der Van Hall Larenstein University of Applied Science gefällt es mir, dass durch den hohen Anteil Niederländer nicht nur Deutsch und Englisch gesprochen werden und man die Möglichkeit hat auch die niederländische Sprache zu erlernen. Es gibt hier Leute, die nach 3 Jahren noch kaum ein Wort Niederländisch sprechen können / müssen, zu denen wollte ich nicht gehören. Ich habe die fremde Sprache immer als klaren Vorteil gesehen, ein Intensivsprachkurs nebenbei hat man schließlich nicht in Deutschland.
Worin sehen Sie die Vorteile Ihres Studiums in den Niederlanden?
Die Klassen sind klein, es wird viel in Gruppen gearbeitet um komplexe Fragestellungen zu lösen. Was mir außerdem sehr gut gefällt ist der sehr persönliche Kontakt zwischen Studenten und Dozenten, der alters-abhängige Mindestlohn und die Tatsache, dass ich hier schneller einen Nebenjob finde als in Deutschland. Ein abgeschlossenes Auslandsstudium ist zudem eine Auszeichnung für sich, da man es sich nicht unbedingt einfach macht indem man in zunächst fremden Sprachen lernen muss.
Worin sehen Sie die Nachteile eines Studiums in den Niederlanden?
Natürlich ist das Leben im Ausland nicht immer ein Zuckerschlecken, so ist das Finden einer Wohnung nicht immer leicht und ab und zu hat man, gerade zu Anfang des Studiums, manchmal einfach keine Lust mehr Niederländisch sprechen zu müssen, da einem schon der Kopf qualmt. Im Großen und Ganzen bin ich jedoch daraus gewachsen und fühle mich nun durchaus zu Hause.
Was empfehlen Sie deutschen Schulabgängern, die an einem solchen Studiengang interessiert sind?
Ich kann den Studiengang jedem empfehlen, der sich für das Meer und gute Jobaussichten interessiert und sich trotzdem viele Möglichkeiten offen halten will. Wer noch kein Niederländisch spricht, dem empfehle ich sich so früh wie möglich mit der Sprache zu beschäftigen. Wer in seiner Freizeit den Kontakt mit Niederländern pflegt, dem wird die Sprache schnell leicht fallen. Zudem empfehle ich zum Tag der offenen Tür zu kommen um sich die Schule mal anzusehen. Man hat dort die Möglichkeit an Präsentationen teilzunehmen und mit Dozenten und Studenten zu sprechen. Diese Tage werden sehr gut organisiert; so werden bei Studenten Übernachtungsmöglichkeiten geregelt und es wird abends noch gemeinsam etwas unternommen.
Welche positiven und negativen Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Studium gemacht?
Wer sich dafür entscheidet sich anzumelden, den erwarten viele Möglichkeiten und Erfahrungen. Im Nachhinein bleiben bei mir eher die guten Erinnerungen hängen. Dazu zählen auf jeden Fall die Exkursionen, welche im Rahmen des Studiums unternommen werden. Neben vielen kleinen Ausflügen findet im zweiten Jahr die Wattwoche statt. Diese beinhaltet, dass die ganze Klasse eine Woche lang auf zwei Segelschiffen durch das Wattenmeer schippert um an den Inseln anzulanden und dort Untersuchungen zu machen. Solange man dabei morgens aus dem Bett kommt, ist einem eine freie Abendgestaltung gewährleistet. Im dritten Jahr findet dann eine Fahrt nach Wales statt. Das sind sieben Tage volles Programm: Arten determinieren und zählen, Schweinswale beobachten, ein Besuch aus Skomer Island, etc. Neben den Exkursionen haben mir auch die Praktika Spaß gemacht, mein Erstes habe ich im Alfred Wegener Institut für Polar und Meeresforschung gemacht. In der AG Marine Aquakultur für nachhaltige Fischerei konnte ich viel über Aquakultur lernen, da ich unter anderem für das Funktionieren der Kreislaufanlagen, in denen sich Wolfsbarsche befanden, verantwortlich war. Außerdem habe ich bei der Entwicklung eines umweltfreundlicheren Designs einer Fischzuchtanlage mitgewirkt, indem ich Versuche durchführte, deren Ergebnisse dabei helfen sollten die Anlage optimal zu betreiben. Dieses Praktikum hat mir sehr gut gefallen, weshalb mein zweites Praktikum derzeit auch wieder im Bereich Aquakultur stattfindet. Mein jetziger Auftrag ist das Schreiben einer ökonomischen Machbarkeitsstudie. Ich soll herausfinden, ob es sich lohnt in versalzenden Gebieten den Landbau auf salztolerante Pflanzen umzustellen.
Was planen Sie für die Zukunft?
Nach diesem Studium habe ich vor an der Universität Wageningen einen Master in Aquakultur und Fischerei zu machen. Mich interessiert die nachhaltige Zucht von Meeresorganismen. Mit dem Ziel die Aquakultur umweltfreundlicher zu machen, auch in Hinsicht natürliche Ressourcen zu schonen, möchte ich später in der in diesem Feld berufstätig werden.
Würden Sie den gleichen Weg noch mal gehen?
In den Niederlanden würde ich wieder studieren, allerdings habe ich durch dieses Studium gemerkt, dass mich die Aquakultur sehr interessiert. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich gleich zur Uni in Wageningen gegangen, nun hänge ich eben den Master dran.
Wir bedanken uns bei Sebastian Strauch!
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