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International Business an der Universität Maastricht und Praktikum in Qingdao (China)
  Johannes Hennewig studiert International Business an der Universität Maastricht und berichtet uns von seinem Praktikum in China.
Wie kam es dazu, dass Sie sich für ein Praktikum in Qingdao (China) entschieden haben?
China ist ein großer Wachstumsmarkt. Mit dem Praktikum wollte ich mir einen eigenen Eindruck von China und der wirtschaftlichen Entwicklung in dem Land machen. Außerdem wollte ich Berufserfahrung sammeln und selbstverständlich auch meinen Lebenslauf interessanter machen, was sich hoffentlich positiv auf spätere Bewerbungen auswirkt. Rein privat hat es mich auch gereizt, eine andere Kultur kennen zu lernen.
Wie und wo haben Sie sich über die Möglichkeiten für ein Praktikum in China informiert?
Eigentlich gar nicht.
Wie und wo haben Sie sich beworben?
Nachdem der erste Kontakt durch meine Eltern hergestellt worden ist, bin ich von einem der Geschäftsführer von Beckmann & Volmer per Email kontaktiert worden und um eine kurze Bewerbung gebeten worden. Diese Bewerbung war eher informell und beinhaltete ein kurzes Profil meines Studiums. Als ich wieder in Deutschland war, zum Zeitpunkt der Bewerbung war ich zwecks eines Auslandssemesters in Lissabon, habe ich mich dann persönlich bei Beckmann & Volmer vorgestellt.
Sind Sie mit einem Programm ins Ausland gegangen? Falls ja, mit welchem?
Nein
Wo war das Praktikum genau?
Qingdao, Provinz Shandong
Welche Vorbereitungen haben Sie vor dem Auslandsstudiengang getroffen? (Impfungen, Auslandskrankenversicherung, Einladung, Visum, Finanzen, Hinflug, Gepäck etc.)
Selbstverständlich habe ich mich vorher bei meinem Hausarzt über eventuell nötige Impfungen informiert. Gerade bei Reisen in den asiatischen Raum sind gewisse Impfungen auf jeden Fall notwendig. Des Weiteren musste ich mit meiner Krankenkasse Kontakt aufnehmen, um die passende Auslandskrankenversicherung zu beantragen. Nachdem ich auch einen Reisepass beantragt und bekommen habe, hat sich die Firma um ein Visum gekümmert. Generell kann man ein Visum auch selber über diverse Visumagenturen beantragen. Den Hinflug hab ich online gebucht (leider sehr kurzfristig und damit teuer). In meinem Fall hat sich die Firma auch um eine Wohnung in Qingdao gekümmert, bzw. erstmal um ein Hotel. Zu guter letzt hab ich dann noch den deutschen Manager des Tochterunternehmens in China kontaktiert. Dieser hat mich auch nach meiner Ankunft in China abgeholt und, bevor er das Land zwei Wochen später verlassen hat, noch in mit der Stadt bekannt gemacht. Es ist mit Sicherheit auch nicht schlecht ein paar Tabletten gegen Darmprobleme und Kopfschmerzen mitzunehmen.
Wie lange dauerte Ihr Auslandsaufenthalt insgesamt?
Vier Monate bei Beckmann-Volmer Steel und einen Monat zur Nachbearbeitung bei Beckmann & Volmer Metalltechnik.
In welcher Sprache wurde das Praktikum angeboten?
Während meines Aufenthalts habe ich auf Englisch mit der chinesischen Geschäftsleitung kommuniziert.
Gab es bestimmte Sprachvoraussetzungen für das Praktikum?
Englisch fließend in Wort und Schrift.
Haben Sie während des Aufenthalts Sprachkenntnisse erworben?
Eher nicht, das Lernen der chinesischen Sprache gestaltet sich als sehr schwierig und ist meiner Meinung nach nicht innerhalb eines solch kurzen Zeitraums zu erlernen. Generell war mir auch die Teilnahme an einem Sprachkurs zeitlich kaum möglich. Ein paar Begriffe nimmt man aber immer mit (Danke, Bitte, Hallo, etc….).
Gab es einen Sprachtest, an dem Sie teilnehmen mussten?
Nein
Wie waren ihre Arbeitszeiten?
Generell von 9.00 bis 17.00 Uhr (später 16.30). Gelegentlich haben sich die Arbeitszeiten auch bei Geschäftsessen etc. auf den Abend ausgeweitet.
Wie waren Ihre ersten Erfahrungen/Eindrücke in China (z.B. mit der Sprache, Kultur etc.)?
Die chinesische Kultur entscheidet sich stark von unserer. Eigentlich gab es jeden Tag irgendetwas Neues zu erleben. Nicht immer positiv, aber auf jeden Fall interessant ;). Die Sprache hat mir des Öfteren Probleme bereitet, da gerade in Qingdao (trotz der 7.5 Millionen Einwohner eigentlich chinesische Provinz) das Englischlevel sehr schlecht war. Dazu kam, dass mein Chinesisch mal gerade „Hallo“ und „Danke“ beinhaltete. Ich habe zum Beispiel ca. 3 Wochen gebraucht, bis ich dem Taxifahrer die Straße nennen konnte, ohne ihm eine Visitenkarte zu zeigen. Das Problem ist, dass schon bei leichten Veränderungen der Betonung chinesische Begriffe eine andere Bedeutung bekommen können oder für Chinesen unverständlich werden.
Wo haben Sie gewohnt? Wie haben Sie Ihre Unterkunft gefunden?
Wie oben schon erklärt habe ich zu erst in einem Hotel gewohnt und mir dann mit Hilfe der Firma eine Wohnung gesucht. Die Wohnung lag zwar ca. 18 km von der Arbeitstätte entfernt, aber dank im Vergleich zu Deutschland extrem günstiger Taxi-Tarife war das relativ egal.
Wie hoch waren Ihre durchschnittlichen Lebenshaltungskosten im Monat (in €)?
Pro Monat habe ich ca. 500 Euro ausgegeben. Das beinhaltete aber auch jeden Tag Essen gehen, Taxifahrten und den Monatsbeitrag für ein Fitnessstudio. Ich würde sagen, dass man generell mit deutlich weniger Geld auskommen kann, vor allem, wenn man selber kocht. Das heißt nicht, dass Essen gehen teuer ist. Als Vergleich zu Deutschland zahlt man bei McDonalds ca. 2 Euro für ein Menü. Für umgerechnet 5 Euro kann man auf jeden Fall vernünftig Essen gehen. In einigen Restaurants bekommt man eine komplette Mahlzeit für ca. 1 Euro, nach oben sind wie überall kaum Grenzen gesetzt. Nicht inbegriffen sind auch die Kosten für die Flüge und das Bereisen des Landes.
Wie haben Ihnen insgesamt die Stadt und das Land gefallen?
Die Stadt hatte schöne Seiten und eher weniger schöne Seiten. Gerade mit Hinblick auf die olympischen Spiele (in Qingdao werden die Segelwettbewerbe ausgetragen) sind einige Stadtteile saniert und verschönert worden. Man muss allerdings sagen, dass einige Straßen etwas „vermüllt“ waren und auch viele Gebäude der Stadt sind sanierungsbedürftigt. In Qingdao herrscht auch ein extremer Bauboom wodurch das Panorama der Stadt etwas gestört wird. Wenn man die (Innen-) Stadt verlassen hat, konnte man auch sehr schnell den Kontrast zur Moderne entdecken. Viele alte Tempelanlagen sind Zeitzeugen einer vergangenen Kultur. Dieser Unterschied zwischen Vergangenheit und Moderne ist in Peking und Shanghai teilweise noch deutlicher zu sehen. Den ländlichen Teil Chinas hab ich aus Zeitmangel kaum kennengelernt.
Welche Tipps können sie den nachfolgenden Studenten zu dieser Stadt, etc. geben (Geheimtipps, wichtige Ratschläge etc.)?
Man sollte sich im Voraus mit den chinesischen Tischgepflogenheiten, vor allem den Trinkgewohnheiten, vertraut machen. In Deutschland übliche Tischmanieren sind vielen Chinesen nicht bekannt. Bei einem geschäftlichen Essen wird im Vergleich zu Deutschland eine Menge Alkohol getrunken. Dem Alkoholkonsum kann man eigentlich nur durch das Vortäuschen von gesundheitlichen oder religiösen Gründen entgehen ohne den Gastgeber zu beleidigen. Außerdem sollte man beim Ausgehen aufpassen, was man trinkt. Es ist meistens nicht das in Flasche, was laut Etikett der Inhalt sein sollte. Generell sollte man aufpassen, dass man nicht gelinkt wird. Wenn man eine eigene Wohnung bezieht, sollte man daran denken, sich beim nächsten Polizei Revier registrieren. Mich hat das Vergessen der Registrierung einige Stunden bei der Polizei und 50 Euro gekostet. Zu chinesischem Essen hab ich meine ganz persönliche Meinung. Mal abgesehen davon, dass das Essen eigentlich nicht mit dem Essen bei einem chinesischen Restaurant in Deutschland zu vergleichen ist, war ich sehr froh, dass ich nach 4 Monaten wieder deutsches (europäisches) Essen genießen durfte. Wenn man Sport treiben will, ist das Fitnessstudio eigentlich die einzige Möglichkeit (Weider-Tera Fitness Club im Mykal kann ich nur empfehlen). Der Preis ist nicht ohne, ca. 50 Euro pro Monat, allerdings hängt das auch mit dem kurzen Zeitraum zusammen (wenn man sich für ein Jahr anmeldet kostet es etwa 20 Euro pro Jahr).
Zu welchem Thema hätten Sie sich vorab mehr Informationen gewünscht?
Zum Thema Flüge. Im Nachhinein hätte ich auch den Hinflug über einen Chinesen buchen lassen. Ich hab für den Rückflug die Hälfte bezahlt.
Was empfehlen Sie deutschen Studenten, die an einem solchen Praktikum interessiert sind?
Ich würde generell empfehlen, ein Praktikum in einem ausländischen Unternehmen zu machen. Ich habe öfters gehört, dass man ansonsten in einem chinesischen Unternehmen häufig eine hohe Toleranzschwelle für Langeweile mitbringen muss.
Welche positiven und negativen Erfahrungen haben Sie mit dem Praktikum gemacht?
Generell hatte ich nur positive Erfahrungen mit dem Praktikum. Ich hatte durchgehend zu tun und mir wurde auch einiges an Eigenverantwortung bei der Erledigung meiner Projekte gegeben. Ich konnte auch das im Studium erlernte Fachwissen (gezielt) anwenden. Etwas schade war, dass ich mangels Sprachkenntnisse nicht am operativen Tagesgeschäft in der Firma teilnehmen konnte.
Was planen Sie für die Zukunft?
Zurzeit mache ich meinen Master mit der Konzentration Finance an der University of Maastricht. Ich weiß noch nicht genau, in welche Richtung ich mich beruflich konzentrieren will. Generell könnte ich mir aber auch vorstellen für ein paar Jahre nach China zu gehen. Aber dann wahrscheinlich eher nach Shanghai oder Peking.
Wie lautet Ihr allgemeines Fazit?
Auf jeden Fall war die Entscheidung für ein Praktikum nach China zu gehen eine gute. Ich habe viele interessante Erfahrungen gemacht und das Praktikum an sich hat mir auch für das Studium weitergeholfen.
Würden Sie den gleichen Weg noch mal gehen?
Ja
Wir bedanken uns Johannes Hennewig!
Weitere Informationen zum Studium in China findest du auf www.studieren-in-china.de.
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